Sankt Johannis: Ein klingendes Mosaik

Liebe Freunde der Kirchenmusik,

nachdem das Jahr 2017 zunächst durch die sehr glücklich verlaufenen Jubiläums-Orgeltage geprägt war, ist der Sommer die Zeit der Mittagsmusiken: jeden Mittwoch von 12:00 bis 12:30 eine kleine musikalische Insel im Alltag.

An der neu erbaute und Ende Juli eingeweihten Orgel in der Konzertkirche St. Marien dürfen wir jetzt ein ähnliches Format anbieten: "Das Kleine Orgelkonzert" wird in den Monaten von (zukünftig) Mai bis Oktober dieses spannende Instrument bei freiem Eintritt erlebbar machen.

Bei uns in Sankt Johannis gibt es keine "eingekauften" Programme von der Stange, sondern individuelle Konzert- und Gottesdienstgestaltung und vor allem viele Möglichkeiten zur Beteiligung.

Und um die Schwellen niedrig zu halten, ist der überwiegende Teil unserer Angebote ohne festen Eintritt aber mit der Bitte um eine angemessene Spende.

Der Dreiklang "Qualität" - "Individualität" - "Niederschwelligkeit" klingt in St. Johannis schon seit Jahrzehnten gut. Herzliche Einladung, ihn als Zuhörer oder Mitsänger (in einem der Chöre) zu genießen!

Ihr Christian Stähr

"Das Kleine Orgelkonzert" - Musik an der neuen Orgel der Konzertkirche St. Marien

Seit August gibt es die Reihe „Das Kleine Orgelkonzert“ an der neu erbauten Orgel der Konzertkirche St. Marien Neubrandenburg mit halbstündigen Orgelmusiken.
Die Termine im Oktober sind am Dienstag, 17.10. sowie am Sonntag, 22.10.2017 jeweils um 12:00 Uhr. Am 22.10. spielt Lars Schwarze aus Lübeck, der sich bei einem Wettbewerb im Juli einer Jury und dem Neubrandenburger Publikum vorgestellt hatte. Wenn aus dem Pool der jungen Wettbewerbs-Teilnehmer terminlich niemand auftreten kann, spielen Organisten der Umgebung, so am 17.10. Jochen Lewitz.

Die weiteren Termine der Reihe:
Dienstag, 21.11.2017 mit Fabian Luchterhandt
Dienstag, 28.11.2017 mit Mari Fukumoto

Die Reihe „Das Kleine Orgelkonzert“ ist bei freiem Eintritt. Sie wird von der Weber-Stiftung und vom VZN unterstützt und von der St.-Johannis-Kirchengemeinde durchgeführt. Der Einlass ist jeweils ab 11:45 Uhr.

25. Internationale Orgeltage Neubrandenburg 3.-14. Mai 2017 "... und immer wieder Bach!"

Mittwoch, 3. Mai, 19:30 Uhr: "Auftakt"

Ein bunter Abend Orgel PLUS...

Am Mittwoch, 3. Mai gratulieren ab 19:30 Uhr Musiker der Region auf ihre Weise zum 25. Jubiläum der Internationalen Orgeltage Neubrandenburg. In verschiedenen Kombinationen mit Orgel zusammen ergibt es ein vielfarbiges Programm.

Die Eröffnung wird Wolfgang Rosenmüller spielen, der die Orgel der Johanniskirche in den 70er und 80er Jahren initiiert und schließlich auch die Orgeltage gegründet hatte.
Das Vokalensemble "Männerzeit" (Leitung: Jens-Uwe Koch) singt Musik von Arvo Pärt, Francis Poulenc und Simon Breu. Von der Neubrandenburger Philharmonie sind Samuel Munoz-Bernardeau (Flöte), Anatolyi Mosyuk (Fagott), Carla Prestin-Koch (Violine) und Johannes Gnau (Horn) dabei, die zum Teil schon seit langem mit der Kirchenmusik an St. Johannis verbunden sind. Daniel Schulz (Trompete) und Jochen Lewitz (Orgel) sind Mitglieder des Heeresmusikkorps, Frauke Gnau (Sopran) freischaffende Pädagogin und Sopranistin. Die meisten Stücke begleitet Kantor Christian Stähr auf der Orgel.

Angesichts des Mottos der Orgeltage "... und immer wieder Bach!" darf bei diesem bunten Abend dann auch der "wirklich allerletzte" Bach-Sohn P.D.Q. Bach nicht fehlen - eine Parodie auf Musik und Musiker...

Das Konzert ist mit kurzer Getränkepause. Der Eintritt ist auf Spendenbasis.
Das eigentliche Eröffnungskonzert ist am Freitag, 5. mit dem jungen Grazer Orgelprofessor Ulrich Walther.

Der Kartenvorverkauf für die Orgelnacht am Freitag, 12. Mai hat begonnen: Karten zu 10,- (erm. für Schüler/Studenten 7,-) sind erhältlich beim Eine-Welt-Laden, über Chormitglieder sowie in St. Johannis bei Gottesdiensten und den vorigen Konzerten. Im Vorverkauf über den Ticketservice und an der Abendkasse kosten die Karten 1,- mehr.

 

Freitag, 5. Mai 2017, 19:30 Uhr: Eröffnungskonzert

mit Prof. Ulrich Walther, Graz (Orgel)

Zum Eröffnungskonzert der Orgeltage konnte Ulrich Walther gewonnen werden, der ein weitgespanntes Programm mit Musik von Johann Sebastian Bach bis György Ligeti spielt. Walthers Spezialität von Orgelbearbeitung kommt zum Tragen u. a. mit seiner Fassung von Felix Mendelssohns "Variations sérieuses" und Bachs 3. Brandenburgisches Konzert, das er als "Neu-Brandenburgisches Konzert" vorstellt. Franz Liszts berühmtes "Praeludium und Fuge über BACH" ist bei einem Konzert zu Ehren Bachs ein Pflichtstück, ebenso wie die Toccata in C von Franz Schmidt für einen österreichischen Organisten.

Grußworte von Landrat Heiko Kärger und Oberbürgermeister Silvio Witt unterstreichen das Jubiläum.

Das Konzert hat eine Pause mit Catering und dauert ca. 2 Stunden. Der Eintritt ist auf Spendenbasis.

Der 1980 im westfälischen Hagen geborene Organist Ulrich Walther unterrichtet seit 2010 als Professor für Orgel und Improvisation an der Kunstuniversität in Graz.
Seine Konzerttätigkeit führte ihn zu zahlreichen bedeutsamen internationalen Orgeln und Festivals, die z. T. vom Rundfunk mitgeschnitten wurden. Daneben ergänzen Kurse, Konzerte in der Duoformation ORGANised SAX, Stummfilmimprovisationen, CD- und Rundfunkaufnahmen, Publikationen und die Tätigkeit als Wettbewerbsjuror sein künstlerisches Profil.
Momentan liegt Walthers Forschungsinteresse im Bereich der Aufführungspraxis sowie in dem Spannungsfeld von Komposition und Bearbeitung.

 

Sonntag, 7. Mai 2017, 19:30 Uhr: "Chor - Orgel - Orchester - Bach!"

Kantaten mit solistisch eingesetzter Orgel

Johann Sebastian Bach hat als erster Komponist die Orgel als Soloinstrument mit Orchester eingesetzt. So gibt es eine Reihe von Kantaten, bei denen die Orgel nicht mehr Begleitaufgaben hat, sondern als Dialogpartner dem Orchester, den Solisten und sogar dem Chor gegenübertritt. Diese Kantaten werden selten oder nur mit kümmerlicher Truhenorgel aufgeführt. In St. Johannis haben wir die idealen räumlichen Vorraussetzungen, um das Bach'sche Feuerwerk würdig zu zünden!

Den konzertanten Orgelpart übernimmt der junge deutsch-ungarische Daniel Gárdonyi. Solisten sind Dörte Heidecker (Sopran), Lena Kutzner (Alt), Peter Koppelmann (Tenor) und Ulf Dirk Mädler (Bass). Es singt das Neubrandenburger Vokalensemble, begleitet von Mitgliedern der Philharmonie. Christian Stähr hat die Leitung.

Zu hören gibt es die Kantate 146 "Wir müssen durch viel Trübsal" und die Sinfonia aus der Kantate 188 - in diesen beiden Kantaten hat Bach die drei Sätzes seines berühmtes Cembalokonzerts d-Moll "recycled".

Die Kantate 169 "Gott soll allein mein Herze haben" ist (bis auf den Schlusschoral) für Alt solo geschrieben - Lena Kutzner gestaltet sie differenziert und mitreißend. Verfollständigt durch die Sinfonia aus der Kantate 49 erhalten wir die wiederverwendeten Sätze des Cembalokonzerts E-Dur.

Ergänzt wird das Programm von der virtuosen Motette "Lobet den Herrn" (BWV 230), bei der das Vokalensemble gefordert ist.

Das Konzert dauert mit kulinarischer Pause knapp 2 Stunden. Der Eintritt ist auf Spendenbasis.

(Foto Daniel Gárdonyi von Michele Danzé)

Freitag, 12. Mai 2017, 19:30 Uhr: Orgelnacht

Ein langer Abend mit Licht - Tanz - Chor - Orgel.

Eintritt 10 € (erm. für Schüler/Studenten 7) im Vorverkauf über Chormitglieder, Eine-Weltladen (Di/Do 16-18, Mi/Sa 10-12 Uhr) und nach Gottesdiensten/Konzerten in St. Johannis.
An der Abendkasse und im Vorverkauf über den Ticketservice 11 (8) €.

Pausen-Catering durch das Hotel am Ring.

Zu Gast sind Andrei Kolomiitsev aus St. Petersburg und aus Dresden der Kreuzorganist Holger Gehring und Sabine Jordan (Ausdruckstanz). Zusammen mit der Kantorei St. Johannis unter der Leitung von Christian Stähr gestalten sie drei Konzertteile:

Dass Bachs Musik noch nach 300 Jahren unverbraucht klingt, liegt sicher auch daran, dass er nicht bei seinen musikalischen Wurzeln stehenblieb, sondern sich als musikalischer Europäer sah: er verknüpfte Einflüsse aus Frankreich, Italien, Süddeutschland und Polen. Im Teil I der Orgelnacht "Bach zwischen Frankreich und Italien" wird dies hörbar.

Im Teil II (ca. 20:30 Uhr) steht die "Missa festiva" des russischen Komponisten Alexander Gretchaninoff im Mittelpunkt, mit der er 1937 überraschend einen Kompositionswettbewerb in Paris gewann. Zwischen den Messsätzen erklingt Musik von Jehan Alain, Olivier Messiaen und Maurice Durufle, die Gretchaninoff damals hätte treffen können: "Ein Russe in Paris"

Der Teil III (ca. 21:30 Uhr) steht unter dem Motto "Bach, Vorgänger und Nachfolger" und zeigt ihn eingebettet zwischen Dieterich Buxtehude und Robert Schumann.

Andrei Kolomiitsev unterrichtet Orgel, Cembalo und Generalbass an der Universität St. Petersburg, weiterhin er ist als Organist der dortigen Lutherischen St.-Katharinen-Kirche tätig. Er dissertiert über französische Cembalo-Traditionen des 17. Jahrhunderts.

Seit 2004 ist Holger Gehring Kreuzorganist an die Kreuzkirche Dresden. Er ist Lehrbeauftragter für Orgelliteraturspiel, Improvisation, Generalbass und Historische Aufführungspraxis an den Hochschulen in Leipzig und Dresden. Internationale Konzerte, Publikationen, CD-, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen ergänzen seine Tätigkeit.

Sabine Jordan wurde in der berühmten Palucca-Schule in Dresden ausgebildet und ist als Tanzpädagogin und freie Tänzerin tätig. Schwerpunkte sind der Flamenco, Ausdruckstanz und Schauspiel, mit denen sie bei internationalen Projekten und freien Produktionen in vielfältigen Besetzungen beteiligt ist. (Foto: Bianca Svoboda)

 

Samstag, 13. Mai, 17:00 Uhr: Familienkonzert "Jona und der Wal"

Ein Konzert zum Zuhören und Mitmachen für Musikfreunde ab 5 Jahre

Jona bekommt einen Auftrag von Gott, in Ninive zu predigen. Das passt überhaupt nicht zu seinen Plänen, und so versucht er, vor Gott zu fliehen. Eine Schiffsreise, ein großer Sturm und ein Wal mit guter Akustik sorgen für ein Umdenken bei Jona.

Christian Stähr (Musik und Singtexte) und Olga Walzel (Erzähltexte) haben dazu 2010 ein Konzert geschrieben, bei dem neben einem Sprecher und einer Sängerin die Orgel die Geschichte erzählt. Das Publikum darf bei Liedern mitsingen und mit allerlei Instrumenten mithelfen, einen Seestrum zu entfachen.

Michael Hunze (Erzähler), Dörte Heidecker (Gesang, Tamtam und singende Säge) und Christian Stähr (Orgel) laden auf die Orgelempore ein! Das Konzert dauert ca. 1 Stunde, der Eintritt ist auf Spendenbasis.

Sonntag, 14. Mai 2017, 19:30 Uhr: Abschlusskonzert

Tobias Frank, München (Orgel)

Ein Wiedersehen und -hören mit dem vorigen Kantor von St. Johannis, der als international angesehener Konzertorganist profiliert ist.

Er spielt ein Programm, das bei Joh. Seb. Bach beginnt, dann aber Franks Vorlieben für spätromantische, französische und virtuose Musik (insbesondere von Marcel Dupré) hörbar macht. Werke wie Robert Schumanns 5. Fuge über BACH oder Franz Liszts Variationen über "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" ergeben dabei hörbare Bezüge zum Eröffnungskonzert und zur Orgelnacht und runden damit die Orgeltage ab.

Tobias Frank ist nach seiner Tätigkeit an St. Johannis seit 2015 Kantor und Organist an St. Lukas in München, eine von 33 bundesweiten Kulturkirchen und oft als Dom der Protestanten bezeichnet.
Orgelkonzerte führen ihn regelmäßig in bedeutende Kirchen und Kathedralen im In- und Ausland. Für seine bei den Labels Hänssler und Rondeau erschienenen CD-Einspielungen erhielt er in der internationalen Fachpresse einhelliges Lob. Produktionen für den Rundfunk und Aufgaben als Arrangeur und Herausgeber für den Bosse-, den Bärenreiter- und den Carus-Verlag runden seine Arbeit ab.

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